Die Kinderärztin Emmi Pikler (1906 -1984) gründete 1946
in Budapest das Emmi-Pikler-Institut als Säuglings- und Kleinkinderheim "Lóczy".
Die wichtigsten Grundprinzipien der Arbeit im Lóczy sind die einfühlsame Pflege im Dialog mit dem Kind und die eigenständige Bewegungsentwicklung.

Pikler zeigte, dass Unterstützungsangebote von Erwachsenen die eigenständige Bewegungsentwicklung hindern und dem Kind die befriedigende Erfahrung nehmen, etwas aus eigener Kraft herausgefunden zu haben. Hilfe ist somit die Grundlage für Abhängigkeit und echtes Selbstbewusstsein entwickelt sich nur durch eigenes Tun und die Freude an der eigenen Leistung. Daher ist die Möglichkeit des ungestörten freien Spiels von zentraler Bedeutung.
Emmi Pikler wurde in ihrem ungewöhnlichen pädagogischen Ansatz bestärkt, als sie 1935 in Budapest Elfriede Hengstenberg kennenlernte. Die Ergebnisse ihrer praktischen und wissenschaftlichen Arbeit wiederum haben die Vorstellung von der Möglichkeit einer ungestörten Entfaltung des Kindes bestätigt.
Seit 1961 ist das Emmi-Pikler-Institut auch Forschungsstätte. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass Kinder, die solch achtsame Pflege erfahren haben, sich gesund entwickeln, auch wenn sie durch den Verlust der Eltern einen schwierigen Lebensbeginn erlebt haben. Heute bietet das Emmi-Pikler-Institut international Fortbildungen an zur achtsamen Pflege, dem freien Spiel und der autonomen Bewegungsentwicklung. Das Lóczy-Institut wurde durch seine Ergebnisse bei der Verhütung des Hospitalismus sowie durch die Herausgabe von Fachbüchern und wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu einem international bekannten Methodologischen Institut.
Weitere Informationen finden sich auf den Internetseiten der Pikler Gesellschaft Berlin e.V. sowie der Pikler-Hengstenberg-Gesellschaft Österreich.
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